PAPAGEIEN

12/2008 (Dezember)

 

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Nachrichten:

  • Das geheime Familienleben der El-Oro-Sittiche
  • Kampf gegen illegalen Vogelhandel
  • Dramatischer Rückgang des Schwalbensittichbestands
  • 11. PAPAGEIEN-Workshop im Loro Parque
  • Tagung der AG-AGZ-IG Forpus/Agapornis
  • Erfreuliche Nachrichten von den Aras Costa Ricas
  • Aktuelles aus dem Loro Parque

Zucht:

Eckhard Janssen

Ein Jahr Erfahrungen mit Orangeköpfchen

Inhalt: 
In einer kleinen ländlichen Zoohandlung konnte Herr Janssen vor mehreren Jahrzehnten zum ersten Mal ein Paar importierter Orangeköpfchen (Agapornis pullarius) bewundern – ein Indiz dafür, dass die Importvögel damals vermutlich zu einem geringen Preis erhältlich waren. Der heutzutage geringe Bestand dieser Unzertrennlichen zeigt, dass die Vögel fast ausnahmslos nicht zur Fortpflanzung gebracht wurden. Im Laufe der Zeit konnten dann einige Halter über erfolgreiche Bruten, ihre Erfahrungen mit der Fütterung und der besonderen Brutbiologie berichten, so dass die Kenntnisse über notwendige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zucht langsam zunahmen. Für den Autor blieben sie immer die schönsten und vor allem interessantesten Agaporniden, und so entschloss er sich 2007 diese Art einmal pflegen. 

Herr Janssen ist überzeugt, dass auch bei dieser Art Verhalten und Fortpflanzungsbereitschaft wesentlich von den Lebensbedingungen, vom Brutplatzangebot und insbesondere davon abhängen, wie der Halter mit ihnen umgeht. Das mag als Binsenweisheit erscheinen, aber zu oft werden die Probleme bei den Vögeln gesehen und diese dann weitergereicht, ohne dass der Halter sich selbstkritische Fragen stellt und versucht, sich in die Tiere hineinzuversetzen, um entsprechende Verbesserungen vorzunehmen.


Veranstaltungen:

Franz Pfeffer

Tagung der IG Forpus/Agapornis in Leipzig

Inhalt: 
Bei der 2007 in Walsrode durchgeführten Tagung der AZ-AGZ-IG Forpus/ Agapornis war beschlossen worden, das nächste Treffen in Leipzig abzuhalten und dort auch den Zoo zu besuchen. Am 31. Mai 2008 konnten die Mitglieder der Interessengemeinschaft vormittags zunächst auf eigene Faust den Zoo Leipzig besichtigen. Um 13 Uhr fand dann eine Führung durch den Kurator Konstantin Ruske statt. Was es an diesem und am nächsten Tag zu sehen aber natürlich auch zu hören gab, können Sie hier lesen.


Zucht:

Rosemary Low

Der Blauohrlori – in Menschenobhut fast verschwunden

Inhalt: 
Der Blauohrlori (Eos cyanogenia) ist ein Vertreter der Rotloris, dessen charakteristische Merkmale das violettblaue Band, das sich von den Seiten des Oberkopfes über die Ohrdecken bis in den seitlichen Nacken zieht, und die schwarzen Flügeldecken sind. Die Grundfärbung des Körpers ist ein kräftiges Rot. Eindrucksvoll ist die Balz, wenn die Vögel auf den Ästen umherstolzieren, den Kopf ruckartig auf und ab bewegen und so schnell mit den Flügeln schlagen, dass das menschliche Auge dem nicht folgen kann. Im Flug ist die einzigartige rote und schwarze Färbung der Steuerfedern zu bewundern.


Artenschutz:

Dr. Matthias Reinschmidt

Auf den Spuren des letzten Spix-Aras

Inhalt: Im Rahmen einer Fernsehproduktion für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE über den in der Natur ausgestorbenen Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) begleitete der Autor Anfang Dezember 2006 als Vertreter der Loro Parque Fundación ein Filmteam in die Caatinga nach Brasilien. Für dieses im Nordosten Brasiliens liegende Gebiet, das mit etwa 700.000 qkm Fläche ungefähr doppelt so groß ist wie Deutschland, ist eine lang anhaltende Trockenzeit charakteristisch. Die hier lebenden Pflanzen haben Mechanismen entwickelt, um den Mangel an Wasser auszugleichen, denn neun bis zehn Monate im Jahr herrscht Trockenheit, und nur in den übrigen Monaten regnet es gelegentlich, insgesamt nicht mehr als 500 bis 700 mm Niederschlag. Es gibt aber auch immer wieder Tage, an denen bis zu 100 mm Regen in 24 Stunden fallen, was sofort zu Überschwemmungen führt.

Dort besuchten Sie zusammen mit einer erfahrenen Biologin die von der Fundación unterstützen Projekte zur Erhaltung des Lear-Aras (Anodorhynchus leari) und den letzten bekannten Aufenthaltsort des Spix-Aras.


Freileben:

Dr. Juan F. Masselo, Dipl.-Biol. Mara Marchesan & Dr. Petra Quillfeldt

Die Felsensittiche im Nordosten Patagoniens

Inhalt: Die argentinischen Felsensittiche (Cyanoliseus patagonus) leben in großen Kolonien und zählen zu den charakteristischen Vogelarten der geobotanischen Region „Monte“. Dieses Ökosystem erstreckt sich über 46.000.000 Hektar von Patagonien bis in den Nordwesten Argentiniens und zeichnet sich durch halbwüstenartige buschige Steppen und Wälder aus, in denen überwiegend Pflanzen wachsen, die sich an äußerst trockene Bedingungen angepasst haben (Xerophyten). Der Artenreichtum ist außergewöhnlich hoch, und Teile der Region werden heute zu den letzten Plätzen auf der Erde gezählt, die man noch als unberührte Wildnis bezeichnen kann (Last-of-the-Wild-Programme 2008, Wildlife Conservation Society, New York).

Das Felsensittichprojekt (Burrowing Parrot Project [BPP], Proyecto Loro Barranquero) in Nordost-Argentinien feierte 2008 sein zehnjähriges Bestehen. Seit Mai 1998 erforschen dort Biologen vor allem die Brutbiologie und Verhaltensbiologie der Vögel.


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