PAPAGEIEN

6/2008 (Juni)

 

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Nachrichten:

  • 12. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien in Stuttgart
  • Auswilderung von beschlagnahmten Papageien auf Seram (Molukken)
  • Korrupter Beamter verurteilt
  • Kakapo-Brutsaison 2008 scheint den lang ersehnten Erfolg zu bringen
  • XXIX. GTO-Tagung über tropische Vögel
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Neues vom Vogelpark Walsrode
  • Braunkopfkakadus von Bränden bedroht

Haltung:

Ruud van der Donk,’s-Hertogenbosch

Kakadus – eine besondere Papageienfamilie

Inhalt: Kakadus bilden eine der zwei Papageienfamilien und kommen von den Philippinen im Norden bis Australien und Tasmanien im Süden vor. In Australien leben die meisten Arten, es sind dort nicht weniger als 14 beheimatet. Auf den Philippinen, Neuguinea, dem Bismarck-Archipel, den Salomonen und einer Reihe indonesischer Inseln findet man jeweils nur eine oder zwei Spezies. Die Familie Cacatuidae umfasst sechs Gattungen mit insgesamt 21 Arten: Probosciger (Palmkakadu, eine Art), Calyptorhynchus (Rabenkakadus, fünf Arten), Callocephalon (Helmkakadu, eine Art), Eolophus (Rosakakadu, eine Art), Cacatua („Weiße Kakadus“, zwölf Arten) sowie Nymphicus (Nymphensittich, eine Art).

Dieser Artikel befasst sich mit der Haltung und der Verhaltensweise von Kakadus.


Zucht:

Rudolf Prinz

Der Tovisittich

Inhalt: Der Tovisittich (Brotogeris jugularis) ist ein Vertreter der Schmalschnabelsittiche (Brotogeris), die in sieben Arten und diversen Unterarten weite Gebiete Mittel- und Südamerikas bewohnen. Der deutsche Gattungsnahme beschreibt ein charakteristisches Merkmal recht gut: Die Tiere besitzen einen ungewöhnlich langen und schmalen Schnabel, welcher am Ende stark gekrümmt und dünn ist.
Das Verbreitungsgebiet des Tovisittichs erstreckt sich von Süd-Mexiko südwärts über Mittelamerika bis Nord-Kolumbien und Nord-Venezuela. Sein Bestand im Freiland ist nicht gefährdet. Meist findet man Schwärme von 20 und mehr Vögeln, wobei die Paare innerhalb des Schwarms fest zusammenhalten. 

Rudolf  Prinz beschreibt das Verhalten des Tovisittichs außerhalb und während der Brutzeit. 


Haltung:

Rafael Zamora Padrón,

Verbesserung der Haltungsbedingungen für Papageien – Teil 1

Inhalt: In den letzten drei Jahrzehnten ist die Lebensraumbereicherung („environmental enrichment“ oder „behavioural enrichment“) eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Pflege und Zucht von Papageienvögeln geworden. Die Haltung in Menschenobhut impliziert bereits eine Reihe von Beschränkungen, und man hat erst im Lauf der Zeit herausgefunden, wie man die Bedingungen für unsere Pfleglinge verbessern kann. Flugfreudige Lebewesen wie die Papageien benötigen zunächst ausreichend Platz. Wenn die Tiere zudem noch über ein komplexes Sozialverhalten verfügen, müssen weitere wichtige Punkte beachtet werden. 

Der Autor legt seine Erfahrungen, die er im Loro Parque gemacht hat dar.


Ernährung:

Detlev Franz

Juni: Maulbeeren als Papageiennahrung

Inhalt: Ab Mai wird der Speiseplan der bei uns frei fliegenden Papageien durch frische Früchte mit Fruchtfleisch bereichert, zum Beispiel durch die Früchte von Maulbeerbäumen (Morus spp.), die wie Feigen (Ficus spp.; siehe Papageien Heft 4 und 5/2008) zur Familie der Maulbeerbaumgewächse (Moraceae) zählen. Zur Gattung Morus gehören zwölf sommergrüne, milchsaftführende Baumarten der gemäßigten und subtropischen Regionen der Nordhalbkugel.
Zwei asiatische Arten, der Weiße Maulbeerbaum (Morus alba) und der Schwarze Maulbeerbaum (M. nigra) sowie der amerikanische Rote Maulbeerbaum (M. rubra) werden in klimatisch begünstigten Regionen Europas angepflanzt. M. rubra und M. alba hybridisieren in Nordamerika. Neben der Zierwirkung hat(te) die größte wirtschaftliche Bedeutung beispielsweise in Südfrankreich der Weiße Maulbeerbaum, da sein Laub Hauptnahrung für die Raupen des Seidenspinners (Bombax mori) ist. 

Herr Franz beschreibt Blüten und Früchte des Maulbeerbaums und geht auf deren Bedeutung für Papageien ein.


Krankheiten:

Andrea Arendt

Aspergillose – ein Erfahrungsbericht

Inhalt:
Es ist ungefähr vier Jahre her, als bei unserem Schwarzohrpapagei Lucy (Pionus menstruus) Aspergillose diagnostiziert wurde. Sie war gerade neun Monate jung. Symptome waren eine sehr hohe Atemfrequenz mit Schwanzwippen, sie erbrach häufig und zeigte sich erschöpft.
Als wir mit ihr zu einem papageienkundigen Tierarzt fuhren, war ich überrascht, welche Untersuchungen dieser vornahm. Er nahm Abstriche aus den Körperöffnungen und röntgte sie. Deutlich wurde, dass sie außer der Aspergillose noch eine bakterielle Infektion hatte. Um gegen diese das richtige Antibiotikum einzusetzen, wurde ein Resistenztest durchgeführt.

Frau Andrea Arendt berichtet über den Krankheitsverlauf bei ihrem an Aspergillose erkrankten Schwarzohrpapagei Lucy. 


Ausstellungen:

Franz Pfeffer

Die Papageientage 2007 in Achern

Inhalt: Nach dreijähriger Pause fand vom 2. bis 4. November 2007 in der Hornisgrindehalle in Achern am Rande des Schwarzwalds wieder die größte Papageienausstellung Deutschlands statt, erstmals unter dem Titel „Papageientage Achern“. Dies sollte, so Michael Wegel, 1. Vorsitzender des Vereins, verdeutlichen, dass dem Besucher nicht nur eine Vielzahl von Papageien präsentiert wird, sondern ein umfangreiches Vortragsprogramm die Vogelschau begleitet. Darüber hinaus konnten Fachgespräche mit anderen Züchtern aus ganz Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz geführt werden, die sich in Achern einfanden. 
Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, denn was die Vogelfreunde dieses Mal boten, konnte sich wirklich sehen lassen. Kleine Ausstellungskäfige findet man auf dieser Vogelschau nicht, die Tiere wurden wieder in großen Biotopvolieren gezeigt, von denen einige auch begehbar waren. 


Freileben:

Thomas Arndt

Erste Bilder vom Kappenpapagei

Inhalt: In Südamerika gibt es nur wenige Papageienarten, von denen keine Fotos existieren. Bis vor kurzem gehörte der Kappenpapagei (Gypopsitta caica) zu ihnen.
Er ist ein Vertreter der Kahlkopfpapageien (Gypopsitta), zu denen heute sieben Arten gezählt werden. Sowohl der wissenschaftliche Gattungsname (das aus dem Griechischen stammende „gypós“ ist der Genitiv von „gyps“ = Geier) als auch der deutsche sind irreführend. Ursprünglich gehörte zu dieser Gattung nur der Kahlkopfpapagei (Gypopsitta vulturina), der Kappenpapagei wurde zu den Zierpapageien (Pionopsitta) gezählt. Zwischenzeitlich hat man aber festgestellt, dass die Art und fünf weitere früher Pionopsitta zugeordnete Spezies näher mit dem Kahlkopfpapagei verwandt sind als mit dem Scharlachkopfpapagei (Pionopsitta pileata), für den die Gattung erstellt worden war.

Herr Arndt beschreibt das Aussehen und den Lebensraum vom Kappenpapagei.


Reisebericht:

Karin und Karl-Heinz Lambert

Unterwegs in Afrika – Zentralafrikanische Republik

Inhalt: Nachdem wir in Uganda Graupapageien (Psittacus erithacus) nur ganz kurz zu Gesicht bekommen hatten, entschlossen wir uns, sie in Zentralafrika zu besuchen. Der beste Platz, um Graupapageien in großen Individuenzahlen zu sehen, ist das Dzanga Sangha Reserve. Es befindet sich im Dreiländereck Zentralafrikanische Republik, Kamerun und Republik Kongo im Regenwald der Zentralafrikanischen Republik.
Das Reservat ist ein Vorzeigeprojekt des Forstministeriums der Zentralafrikanischen Republik, des WWF Deutschland und des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vertreten durch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. Am 29.12.1990 wurde das Reservat gegründet. Die Einwohner der acht Dörfer in dem Areal wurden nicht aus dem Nationalpark vertrieben, sondern unter der Einschränkung geduldet, keine neuen Dörfer zu gründen und nicht zu jagen.

Karin und Karl-Heinz Lambert berichten über ihre Erlebnisse auf  einer Reise nach Bayanga in der Zentralafrikanischen Republik. 


Kleinanzeigen:

Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen. 


Arndt-Verlag
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