Nachrichten:
- Jahrestagung der AZ-AGZ-IG Forpus/Agapornis
- Der zweite Aviary Congress im Jurong Bird Park in Singapur
- Abholzung für Ölpalmplantagen bedroht die Papageien Neubritanniens
- Körnerfutter als Einstreu für Vogelkäfige bei Vogelausstellungen und -börsen
- 3. Tagung der AZ-AGZ-IG Südamerikanische Sittiche
- Jahreshauptversammlung der AZ in Kleinbottwar
- Aktuelles aus dem Loro Parque
- Neues vom Vogelpark Walsrode
Zucht:
Michael Moschkowski
Rotbauchsittiche – meine Erfahrungen bei Haltung und Zucht
Inhalt: Üblicherweise beginnt ein Zuchtbericht mit einer Beschreibung der Art und eventuell mit Fragen zur Nomenklatur. Ob der farbenprächtige Rotbauchsittich aus der Gattung Rotschwanzsittiche
(Pyrrhura) nun rhodogaster oder perlata heißt und als eigene Art oder Unterart geführt wird, damit können sich Experten beschäftigen. Der neueste Stand der Dinge scheint zumindest zu sein, dass der Rotbauchsittich nicht mehr mit dem Blausteißsittich
(Pyrrhura lepida) zusammengefasst, sondern als monotypische Art Pyrrhura perlata geführt wird. – Ausführliche Beschreibungen des Aussehens findet man bei Low (1989), Robiller (1990) und Arndt (2004).
Der Autor berichtet darüber, wie er seine Rotbauchsittiche
untergebracht hat, was er füttert und wie es nach langem Warten doch noch
zum Bruterfolg kam.
Zucht:
Klemens Kluck
Über zwanzig Jahre Zucht mit einem Paar Grünwangenamazonen
Inhalt: Im Folgenden möchte ich über ein Paar Grünwangenamazonen
(Amazona viridigenalis) berichten, das ich seit 1982 in meinem Bestand pflege und das in 23 Jahren nicht weniger als 63 Junge aufzog.
In früheren Jahren wurden Grünwangenamazonen noch regelmäßig aus Mexiko importiert, sie waren in den Beständen der Züchter keine Seltenheit. Heute zählen sie zu den gefährdeten Arten und werden in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt. Da außerdem aufgrund des derzeit geltenden Importstopps nicht mit neuen Einfuhren gerechnet werden kann, ist es besonders wichtig, alle Anstrengungen zu unter
nehmen, um diese interessanten Amazonen in unseren Volieren zur Fortpflanzung zu bringen und ihren Bestand in Menschenobhut zu sichern.
Klemens Kluck beschreibt die Brut seiner Grünwangenamazonen vom ersten
Ei an.
Krankheiten:
Dr. Veit Kostka
Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Erkennen, Behandeln, Vorbeugen Teil 1
Inhalt: Bis etwa 1998 fanden sich nur gelegentlich anekdotische Berichte über Herzerkrankungen bei Papageien in der veterinärmedizinischen Fachliteratur. Es wurde sogar bezweifelt, dass Herz- und Gefäßerkrankungen sich bei Vögeln aufgrund der hohen Belastung durch das Fliegen überhaupt so weit entwickeln könnten, dass ein klinischer Nachweis möglich sei.
Ein gänzlich anderes Bild ergab eine erste retrospektive Studie, vorgenommen an verstorbenen Papageien: Nahezu jeder Vogel (99 %) war von Herz- und/oder Gefäßveränderungen unterschiedlichsten Ausmaßes betroffen, oft kamen verschiedene Veränderungen nebeneinander vor. Es handelte sich um:
• 60 % Herzmuskelentzündungen
• 8 % bakterielle Infiltrate
• 50 % Herzverfettungen, davon 50 % bei Wellensittichen
• 13 % Arteriosklerose, davon 50 % mit Gefäßverkalkungen, vor allem bei Amazonen
Dr. Veit Kostka geht im ersten Teil seines Berichtes auf den Aufbau des
Herzens sowie der Arterien und außerdem auf Gefäßveränderungen und
Herzerkrankungen ein.
Ernährung:
Detlev Franz
Feigen als Papageiennahrung, Brutbäume und Volierenbepflanzung
Inhalt: Als Nutzer von Internetforen zur Papageienhaltung wird man immer wieder mit Fragen zu Feigen konfrontiert. Meist geht es um die Birkenfeige
(Ficus benjamina) als Bepflanzung für Voliere und Vogelzimmer, die von zahlreichen Forennutzern wegen des Milchsafts und vermuteter Giftigkeit abgelehnt wird. Im Freiland hingegen spielen Feigen als Nahrungspflanzen von Papageien eine wohl von keiner anderen Pflanzengattung übertroffene Rolle. Nach Shanahan et al. (2001) liegen Nachweise über das Fressen von Feigen für 42 von 80 Papageiengattungen (= 52 %) und 122 von 358 Papageienarten (= 34 %) vor. Feigenpapageien sind dabei nicht die einzigen Feigenspezialisten. Auch die Nutzung als Brutbäume ist bekannt. Gründe genug, sich mit dieser interessanten Pflanzengattung intensiver zu beschäftigen.
Detlev Franz beschreibt die Verbreitung und
Biologie der Feigen
Reisebericht:
Dr. Matthias Reinschmidt
Papageienhaltung in Australien
Inhalt: Im August 2007 nahm ich am australischen Papageienkongress „Aves 2007“ teil, zu dem ich als Referent eingeladen worden war. Im Anschluss an den Kongress hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen einer Outback-Tour die unvergleichliche Natur und die dort heimischen Papageien zu erleben. Außerdem besuchte ich einige große Zuchtanlagen sowie Zoos und Sanctuaries. In zahlreichen Gesprächen bekam ich viele Anregungen, und ich habe neue Ideen mitgenommen, die ich nun in der Praxis ausprobieren möchte, um ihre Verwertbarkeit unter europäischen Bedingungen zu testen. Vogelzüchter in anderen Kontinenten zu besuchen ist immer sehr aufschlussreich und erweitert den Horizont, sind sie doch oft ausgesprochene Spezialisten auf dem Gebiet der Haltung ihrer einheimischen Arten.
Artenschutz:
Jörg Asmus
Ein Zuchtbuch für den Rotohrara
Inhalt: Im Jahr 1847 führte der französische Ornithologe Baron Nöel Frédéric Armand André de Lafresnaye (* 24. Juli 1783; † 14. Juli 1861) den Rotohrara als „Ara rubro-genys“ in die Wissenschaft ein.
Seit der Erstbeschreibung konnte über die Rotohraras und ihre Lebensweise in ihrer Heimat Bolivien nicht sonderlich viel in Erfahrung gebracht werden. Zu Beginn der 1970er Jahre galt die Spezies sogar als ausgestorben und war nur noch durch Sammlungsstücke in Museen bekannt. Etwas später jedoch entdeckten Ornithologen wieder eine isolierte Population in einem etwa 1.000 Quadratkilometer umfassenden Gebiet in Bolivien.
Kleinanzeigen:
Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten
Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu
suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen.
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