PAPAGEIEN

1/2008 (Januar)

 

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Nachrichten:

  • Sind drei gefährliche Viren nach Australien eingeschleppt worden?
  • 10. PAPAGEIEN-Workshop im Loro Parque auf Teneriffa
  • Besucher von Vogelschau an Psittakose erkrankt
  • Der „Fonds für bedrohte Papageien“ sagt danke schön!
  • BNA-Sachkundenachweis nach §11
  • Die Wahl des besten Artikels 2007
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Neues vom Vogelpark Walsrode

Zucht:

Josef Glanzmann

Haltung und Zucht von Goldmasken- und Granada-Amazone

Inhalt: Seit über zehn Jahren halten wir mehrere Paare der Goldmasken- (Amazona dufresniana) und der Granada-Amazone (Amazona rhodocorytha). Die beiden Spezies wurden früher als zwei Unterarten einer Art, nämlich der Dufresnes Amazone (Amazona dufresniana), angesehen. Genetische Untersuchungen haben aber ergeben, dass die beiden Formen Schwesterpopulationen sind (Russello & Amato in Arndt & Reinschmidt 2006) und deshalb getrennt werden müssen.Während die Goldmaskenamazone von Ost-Venezuela über Guyana und Surinam bis nach Französisch Guayana vorkommt, ist die Granada-Amazone in Ost-Brasilien beheimatet. Letztere ist eine der am stärksten bedrohten Festlandamazonen. Sie kommt lediglich noch in einigen Restgebieten des atlantischen Waldes in Bahia und Espírito Santo vor, wo weniger als zehn Prozent des ursprünglichen Habitats erhalten geblieben sind. 

Josef Glanzmann berichtet in seinem Artikel über die Unterbringung und Fütterung seiner Goldmasken- und Granada-Amazonen


Zucht:

Eddy Ruhof

Die Zucht des Rosenbrustbartsittichs

Inhalt:
 Rosenbrustbartsittiche (Psittacula alexandri) werden seit langem gehalten und gezüchtet. Es sind sehr auffällig gefärbte Vertreter der asiatischen Edelsittiche. Sie besitzen einen großen schwarzen „Bart“ und eine mehr oder weniger lachsrote Brust. Mit einem gut harmonierenden Paar ist die Zucht nicht schwierig, bei Unterbringung, Fütterung und Pflege stellt die Art keine besonders hohen Ansprüche. Leider wurde in der Vergangenheit viel zu wenig Augenmerk auf die unterartenreine Verpaarung gelegt, so dass leider viele Hybriden aufgezogen wurden.
Die acht Subspezies können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Bei der ersten Gruppe besitzen beide Geschlechter einen vollständig roten Schnabel. Hierzu zählen neben der Nominatform, dem Rosenbrustbartsittich (P. a. alexandri), der auch Java-Rosenbrustbartsittich genannt wird, der Dammerman-Rosenbrustbartsittich (P. a. dammermani) und der Kangean-Rosenbrustbartsittich (P. a. kangeanensis). Letzterer wird, soviel ich weiß, nicht in Europa gehalten.

Der Autor beschäftigt sich in diesem Artikel mit der Nominatform des Rosenbrustbartsittichs.


Haltung:

Hans Jürgen Geil

Probleme bei der Haltung und Zucht von Kakadus

Inhalt: 
Von allen Kakadus geht eine besondere Faszination aus, und ihre Schönheit und Intelligenz ziehen so manchen Vogelliebhaber magisch an. Kakadus sind nicht nur für mich die majestätischsten Papageienvögel, die es gibt, und so ist es nicht verwunderlich, dass ihre Anzahl in Menschenhand zunimmt. Wie man aus der Überschrift meines Berichtes ersehen kann, ist ihre Haltung und Zucht jedoch nicht ganz unproblematisch. Vor allem ihre Aggressivität ist bei vielen Arten ein großes Problem. Dieser Artikel soll einige der vorbeugenden Maßnahmen aufzeigen und Tipps geben, die eine erfolgreiche Pflege dieser Papageien ermöglichen.

Die richtige Unterbringung, Probleme, und welches die besten Voraussetzungen für die Zucht und Haltung von Kakadus sind, sind Thema dieses Berichtes von Jürgen Geil.


Artenschutz:

Thomas Arndt

Erste Bilder von der Salvins Zwergamazone

Inhalt: Die Salvins Zwergamazone (Hapalopsittaca pyrrhops) wurde zwar bereits 1876 von dem englischen Naturwissenschaftler Osbert Salvin wissenschaftlich beschrieben, zählte aber seit jeher zu den am wenigsten bekannten Papageienarten.
Sie ist ein 22 cm kleiner, überwiegend grün gefärbter Vogel, dessen auffälligste Gefiedermerkmale die dunkelrote Färbung auf Stirn, Kinn und den sich anschließenden oberen Wangenpartien sind. Die Ohrdecken sind etwas verlängert und besitzen gelbe Schäfte. Der Vorderscheitel ist gelblich, der hintere Scheitelbereich und der Nacken weisen einen blauen Anflug auf. Der Flügelbug, die kleinen Flügeldecken, die äußeren mittleren Flügeldecken und die Unterflügeldecken sind rosarot. Der Schnabel ist hornfarben.
Die Art lebt in den Anden von Südwest-Ekuador südwärts bis zur Provinz Cajamarca in Nordwest-Peru. Ihr Lebensraum sind ursprüngliche Wälder, Nebelwälder, Waldgebiete an der Baumgrenze und Podocarpus-Wälder in der gemäßigten Zone zwischen 2.400 m und 3.500 m ü. NN. Es wird berichtet, dass die Salvins Zwergamazonen gelegentlich auch in hoch wachsender Sekundärvegetation angetroffen werden.

Thomas Arndt beschreibt in seinem Bericht zunächst das Aussehen der Salvins Zwergamazone und geht dann noch auf deren Lebensweise ein. Außerdem erfährt man wann und wo das erste Foto dieses Vogels gelungen ist. 


Ernährung:

Detlev Franz

Januar: Platanen als Papageiennahrung

Inhalt: Die Platanen (Platanus) sind die einzige Gattung der Familie Platanengewächse (Platanaceae). Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der zehn Arten erstreckt sich über Südosteuropa, Kleinasien, Indochina und Nordamerika, überschneidet sich also nur wenig mit dem natürlichen Vorkommen von Papageienvögeln.
In unseren Parkanlagen und als Alleebäume findet sich vor allem die Ahornblättrige Platane (P. x. hispanica) – vermutlich ein Hybride zwischen P. orientalis und P. occidentalis – sowie selten auch die Morgenländische Platane (P. orientalis). Nach West-Europa wurden Platanen erstmals um 1700, nach Deutschland 1743 eingeführt.
Für unsere Freilandpapageien haben Platanen vor allem als Brutbaum eine Bedeutung. Sie stellen in Wiesbaden und Nordrhein-Westfalen 50 bis 60 % aller bekannten Brutbäume von Halsbandsittichen (Psittacula krameri). Bei Großen Alexandersittichen (P. eupatria) sind Bruten praktisch ausschließlich in Platanen bekannt. Auch Amazonen in Stuttgart oder Wiesbaden nutzen Höhlen in diesen Bäumen. In Wiesbaden, Heidelberg, Ludwigshafen oder Köln dienen außerdem Platanen als Schlafbäume.


Freileben:

Rudolf K. Wagner

Rosenköpfchen im Südwesten Afrikas

Inhalt: Weil Rüppells Papageien (Poicephalus rueppellii) seit Jahren meine volle Aufmerksamkeit genießen und ich sie unbedingt in ihrem Habitat an verschiedenen Orten erleben wollte, führte mich nun schon die vierte Reise nach Namibia. Auf den Reisen zuvor hatte ich bereits auch Goldbugpapageien (Poicephalus meyeri damarensis) und Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) beobachten können. Dr. Rainer Niemann vom Arndt-Verlag fragte immer mal wieder, ob ich Informationen über das Verbreitungsgebiet der Rosenköpfchen besonders im Süden Namibias und in Südafrika hätte. Nun brachte meine Reise im Mai 2007 neue Begegnungen mit Papageien-Züchtern in Namibia, neue eigene Sichtungen und ganz aktuelle Informationen zu Rainer Niemanns Frage.

Herr Wagner berichtet über das Verbreitungsgebiet der Rosenköpfchen in Namibia.


Artenschutz:

Weber Girão, Alberto Campos & Ciro Albano

Das Schutzprojekt für den Salvadori-Weißohrsittich

Inhalt:
 Im frühen 17. Jahrhundert wurde Brasilien auch Terra Papagalorum (Land der Papageien) genannt. Dieser Name bezog sich vor allem auf den Nordosten des Landes, wo einst die ersten Europäer gelandet waren. Der deutsche Kartograph Martin Waldseemüller zeichnete 1507 die erste Weltkarte, auf der die Bezeichnung „America“ zu lesen war. Der Nordosten Brasiliens wurde von ihm mit einem Papagei illustriert. Entlang der Küste erstreckte sich einst ein üppiger feuchter Wald. Im Landesinneren Nordost-Brasiliens herrscht ein Klima mit einer kurzen Regenzeit und einer ausgeprägten Trockenzeit. Die Vegetation, die Caatinga, ist an die große Trockenheit angepasst. In dieser semiariden Region liegt auch der Lebensraum des Lear-Aras (Anodorhynchus leari) und des Spix-Aras (Cyanopsitta spixii). In den höheren Lagen einiger Bergketten, welche in der Caatinga eingestreut liegen, gedeiht in den Nebelwäldern eine üppige Vegetation. Hier kann man den seltenen Salvadori-Weißohrsittich (Pyrrhura griseipectus) finden.


Kleinanzeigen:

Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen. 


Arndt-Verlag
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