Nachrichten:
- Erster Nationalpark in Timor-Leste soll den Gelbwangenkakadu
bewahren
- Spendensegen für den „Fonds für bedrohte Papageien“ in Leipzig
- Mabira-Wald in Uganda gerettet
- Der Freilandbestand des Gebirgsaras ist weniger stark bedroht als
befürchtet
- Männchenüberschuss bei Papageien
- Neues vom Vogelpark Walsrode
- Die Ernährung des Grünwangen-Rotschwanzsittichs
Zucht:
Rosemary Low
Der Scharlachkopfpapagei
Inhalt: Für die meisten Vogelliebhaber, die in der Regel ihre
Nachbarn in nächster Nähe haben, kann die Haltung von lauten Papageien
wie Aras, Amazonen (Amazona) oder Weißbauchpapageien (Pionites)
Probleme aufwerfen. Unter den häufiger gepflegten südamerikanischen
Papageien und Sittichen haben vor allem die kleinen Vertreter wie
Sperlingspapageien (Forpus) und Dickschnabelsittiche (Bolborhynchus,
Psilopsiagon), beispielsweise der Katharinasittich (Bolborhynchus
lineola), einen Geräuschpegel, der selbst von den intolerantesten
Nachbarn noch ertragen wird. Mit seinen 22 cm Gesamtlänge ist der
Scharlachkopfpapagei (Pionopsitta pileata) wohl der einzige
mittelgroße Papagei der Neotropis, den man als „leise“ bezeichnen
kann. Leider sind diese Vögel bei uns in Menschenobhut aber recht selten.
Rosemary Low beschreibt das Aussehen von Scharlachkopfpapageien sowie
die Zucht dieser Vögel.
Krankheiten:
Dr. Carlo Manderscheid
Nasenentzündung bei Papageien
Inhalt: Vögel mit Erkrankungen des Atmungstraktes gehören zu
den am häufigsten vorgestellten Patienten in der Vogelmedizin. Die
Atemorgane sind sehr komplex und effizient und unterscheiden sich
anatomisch und physiologisch von denen der Säugetiere. Die Papageien
besitzen zwei Nasenlöcher, welche bei einigen Arten (z.B. Graupapageien [Psittacus
erithacus]) ein Operculum, eine Deckplatte, besitzen. Es handelt sich
dabei um eine gut durchblutete Gewebestruktur ohne Knochen, welche dazu
dient, die eingeatmete Luft zu filtern und anzuwärmen. Das Operculum kann
bei Nasenentzündungen stark betroffen sein und dann leicht bluten. Bei
gravierenden Infektionen kann es teilweise sogar von den Eitererregern
weggefressen werden.
Der Autor berichtet über klinische Symptome der Nasenentzündung und
wie der Patient untersucht wird, außerdem geht er auf Ursachen, Diagnose
und auf die Therapie ein.
Verhalten:
Nicola Elmo & Dr. Matthias Reinschmidt
Untersuchungen zum Gruppenverhalten von Keas
Inhalt: Anlässlich einer Praktikumsarbeit im Loro Parque wurden
Beobachtungen zum Verhalten von Keas (Nestor notabilis) durchgeführt.
Vögel unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft bezogen zu
diesem Zweck eine geräumige Voliere im Park. Ziel der Studie war, die
Interaktionen zwischen diesen Tieren zu analysieren, wobei besonders Annäherungsversuche
und Dominanzverhalten untersucht wurden.
Allgemeine Anmerkungen
Der Kea lebt endemisch auf der Südinsel Neuseelands (Collar 1997). Er
steht in dem Ruf, einer der intelligentesten und neugierigsten Vögel zu
sein. Als Gebirgsvogel kommt er in Höhenlagen zwischen 600 m und 2400 m
vor, seine Verbreitung erstreckt sich von den Provinzen Marlborough und
Nelson im Norden bis Fjordland im Süden.
In diesem Bericht geht es nach einer allgemeinen Einführung über Keas um
diese Vögel im Loro Parque, wo eine Gruppe von neun Keas beobachtet
wurde. Es wird über die Ergebnisse dieser Beobachtungen geschrieben
und eine Schlussfolgerung gezogen.
Artenschutz:
Marion Wiegel
11. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien
Inhalt: Am Samstag, den 6.
Oktober 2007, fand die 11. Tagung für Papageienschutzprojekte und
Erhaltungszuchtprogramme des Fonds für bedrohte Papageien, einer
Arbeitsgruppe der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und
Populationsschutz e.V. (ZGAP), im Zoo Leipzig statt. 143 Teilnehmer fanden
sich zur Tagung ein. Dieses Jahr war es dank des Engagements eines
Mitglieds möglich, ein Tagungsheft mit der Vorstellung des Fonds und der
Referenten herauszugeben.
Die Begrüßung erfolgte durch René Wüst, Sprecher des Fonds. Speziell
begrüßte er Dr. Günter vom VZE. Er beglückwünschte den Zoo Leipzig zu
seiner beachtlichten Leistung und stellte den Fonds, dessen Arbeit und die
laufenden Projekte vor. Sein Dank ging auch an die Vereine, welche
Mitglied im Fonds geworden sind. Zum Schluss zeigte er noch einen kurzen
Film mit Aufnahmen aus der Nisthöhle eines Ziegensittichs (Cyanoramphus
novaezelandiae), in die eine Ratte eindrang. Eindrucksvoll war eine
der Bedrohungen zu sehen, denen die Sittiche ausgesetzt sind.
Reisebericht:
Renate Brucker
Kakadu-Beobachtung auf Palawan
Inhalt: Die Philippinen bestehen aus 7.107 größeren und
kleineren Inseln mit einer Landfläche von annähernd 300.000 qkm. Eine
der Inseln ist Palawan. Sie liegt im Westen des Inselreiches, nördlich
von Borneo, und trennt die Südchinesische See im Westen von der Sulu-See
im Osten. Palawan ist etwa 420 km lang, aber nur 8,5 bis 40 km breit und
wird in fast ganzer Länge von einer Gebirgskette durchzogen, deren höchster
Gipfel 2.086 m hoch ist. 52 Flüsse und zahlreiche Bäche entspringen
diesem Gebirge.
An der Ostküste Zentral-Palawans liegt die Provinzhauptstadt Puerto
Princesa mit dem gleichnamigen Flughafen und weiter südwestlich der Küstenort
Narra. Hier vorgelagert befindet sich die kleine Insel Rasa, wo einige der
letzten Rotsteißkakadus (Cacatua haematuropygia) brüten.
Frau Bruckner erzählt über ihre Erlebnisse auf der Philippineninsel
Palawan.
Artenschutz:
Dr. David Waugh
Erste Bilder vom Magdalena-Sittich
Inhalt: Einem Team der Fundación ProAves, einer nicht
staatlichen Naturschutzorganisation, sind in Kolumbien die ersten
Aufnahmen von lebenden Magdalena-Sittichen (Pyrrhura caeruleiceps)
gelungen. Die Art wurde 1947 von Todd beschrieben. Der deutsche Name
bezieht sich auf die kolumbianische Provinz Magdalena, die englischen
Bezeichnungen „Todd's Parakeet“ und „Perija Parakeet“ gehen auf
den Erstbeschreiber beziehungsweise eine Hochlandregion im Grenzgebiet von
Kolumbien und Venezuela zurück. Die Fotos zeigen einen adulten Vogel mit
einer ausgedehnten blauen Nackenregion und breiten weißen Säumen auf den
Brustfedern.
Kleinanzeigen:
Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten
Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu
suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen.
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