PAPAGEIEN

10/2007 (Oktober)

 

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Nachrichten:

  • Geldstrafe wegen des Abschusses von Bergsittichen
  • Drei Lear-Aras in Katar geschlüpft
  • 1. Tagung für afrikanische Papageien
  • Deutscher soll Kaiseramazone getötet haben
  • Homepage über Rotachselpapageien 
  • Große Papageienausstellung der Vogelfreunde Achern e.V.
  • Fachtagung der Exotis Schweiz im Naturhistorischen Museum Bern
  • BNA-Initiative gegen Importstopp
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Der seltenste Papagei der Welt?

Zucht:

Christa Ginsberg

Haltung und Zucht des Schwarzohrpapageis

Inhalt: Der Schwarzohrpapagei (Pionus menstruus) bewohnt in drei Unterarten weite Bereiche der Nordhälfte Südamerikas sowie die Küstenregionen in Panama und Costa Rica. Die Vögel leben bevorzugt in tropischen Tieflandwäldern, sowohl Regenwäldern als auch offenen Wäldern, Galeriewäldern und Savannen. Durch ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Habitate sind die Subspezies menstruus und rubrigularis noch nicht im Bestand bedroht. Sie profitieren zum Beispiel von den ausgedehnten Plantagen mit Teakholzbäumen (Tectona grandis), von deren Knospen, Blüten und Samen sie sich ernähren. P. menstruus reichenowi aus Ost-Brasilien ist dagegen aufgrund von Lebensraumzerstörungen akut gefährdet.


Christa Ginsberg berichtet über den Brutverlauf und die Fütterung des Schwarzohrpapageis und geht noch kurz auf die Sicherheitsvorkehrungen ein, die beim Freiflug dieses  Vogels zu treffen sind.


Porträt:

Frank Schulter

Fledermauspapageien

Inhalt: Hören uns Besucher unserer Vogelausstellung „Ornithea“ in Köln von Fledermauspapageien sprechen, schauen uns die meisten fragend an, denn sie können sich nicht vorstellen, was diese kleinen, hauptsächlich grün gefärbten Vögel mit Fledermäusen gemeinsam haben könnten. Erst die Erläuterung, dass die Papageichen die Angewohnheit haben, sich kopfunter an einen Zweig zu hängen, um zu ruhen oder zu schlafen, erklärt die Ableitung des deutschen Gattungsnamens von der Schlafstellung dieser Vögel. 
Anders als beispielsweise Unzertrennliche (Agapornis spp.) sitzen Fledermauspapageien (Loriculus spp.) sehr selten dicht nebeneinander. Es ist meist eine gewisse Distanz zwischen den Tieren, die auch beim Schlafen eingehalten wird. Bei der Nahrungsaufnahme halten die Vögel, genau wie Amazonen, Kakadus, Aras oder auch manche Sittiche, größere Futterstücke mit dem Fuß fest, um davon abzubeißen. 

Der Autor dieses Berichts geht zunächst auf die Systematik der Fledermauspapageien ein, schreibt dann über dessen Haltung, Ernährung, Unterbringung und Reinigung und zuletzt berichtet er über Zucht und Krankheiten. 


Zucht:

Jens-Manfred Scholz

Aras - ein Tagebuch 

Inhalt: Im September 2006 war in einem Internetforum zu lesen, dass zwei Aras „befreit“ werden sollten. Der Autor der Nachricht wandte sich gleichzeitig mit der Bitte an mich, zu beschreiben, wie ich meine Gelbbrustaras (Ara ararauna) halte, was beim Volierenbau zu beachten wäre und stellte mir weitere Fragen zur Arahaltung. Ich antwortete ihm und bot gleichzeitig meine Hilfe an. Dann war lange Zeit nichts mehr zu diesem Thema zu lesen. Völlig unerwartet erreichte mich zwei Monate später erneut eine E-Mail. Zeitgleich war im Internet einiges über den Hintergrund der Vögel zu lesen, es handelte sich um einen Grünflügelara (Ara chloropterus) und einen Gelbbrustara. Die Tiere waren Anfang der 1990er Jahre von einem älteren Ehepaar als Wildfänge von zwei verschiedenen Zoohändlern erworben worden. Die Aras hatten seitdem als „Dekorationsobjekte“ jeweils einzeln in einem runden Käfig mit einem Durchmesser von etwa 70 cm gelebt. Die Halter waren bemüht, die Vögel gut zu betreuen. So waren sie zumindest in einem Raum mit Sicht- und Rufkontakt untergebracht. Versuche, die zwei an die Hand zu gewöhnen, waren nicht erfolgreich, ebenso wenig die einer Vergesellschaftung der Vögel.

Herr Scholz erzählt von einem Gelbbrustara und einem Grünflügelara, die bei ihm ein neues Zuhause gefunden haben.  


Krankheiten:

Bärbel Köhler

Labordiagnostik bei Papageien

Inhalt: Jeder Halter und Züchter von Papageien hat sicherlich schon das eine oder andere Mal mit einem seiner Vögel einen Tierarzt aufgesucht. Meist wird ein Exotenspezialist zu Rate gezogen, wenn ein Tier erkrankt ist, oder man lässt Ankauf- oder einfach Routineuntersuchungen durchführen. Dabei beobachtet der Tierarzt zunächst den Papagei und schaut sich dann Augen, Schnabel, Rachen und Kloake sowie Gefieder- und Ernährungszustand an. Anschließend nimmt er verschiedene Proben für Laboruntersuchungen. Tupferproben von Rachen, Kropf und Kloake werden mikrobiologischen und parasitologischen Untersuchungen unterzogen, Blutproben hämatologischen sowie blutchemischen Tests. Die Blutuntersuchung gibt wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Anämie (Blutarmut) sowie von Entzündungen, Infektionen, Vergiftungen oder das Vorhandensein von Blutparasiten.
I
In diesem Bericht wird die Blutabnahme und die Blutuntersuchung bei Papageien erklärt. 


Reisebericht:

Lars Lepperhoff

Unter Pygmäen, Okapis und Graupapageien

Inhalt: Das Menü, Reis mit Bohnen, war auf ein zerschlissenes Kartonschild gekritzelt. Leise säuselte der warme Wind durch den Verschlag, während eine stattliche Moschusente durch den Raum watschelte. Wir tranken im Restaurant von Epulu einen heißen Tee, während nebenan Reis in einen Sack abgefüllt wurde, der an einer Waage hing. 50 Kilogramm waren es. Dazu kamen noch Bohnen, etwas Trockenfisch, Erdnüsse und Zwiebeln. Monsieur Jambaya kam mit einem riesigen Bündel von schmutzigen Geldnoten an – das Rückgeld. Mein Auftauchen in Epulu hatte großes Aufsehen erregt, ein unbekannter Weißer wurde hier schon lange nicht mehr gesichtet. Der Einkauf in den verschiedenen Läden, Bretterbuden mit einem großen Durcheinander von Waren, wurde aufmerksam verfolgt. 

Einige Stunden zuvor hatte sich die Cessna immer tiefer hinunter geschraubt. Ich konnte mit MAF (Mission Aviation Fellowship), einer Organisation, die Missionare und kirchliche Vertreter in aller Welt in unwegsame Gebiete bringt, von Entebbe in Uganda nach Bunia in der Demokratischen Republik Kongo und von dort weiter bis nach Epulu fliegen. Endloser Regenwald, so weit mein Auge reichte! „Wo nur werden wir landen?“ ging mir durch den Kopf, als der Pilot die kleine, lärmende und vibrierende Maschine immer tiefer steuerte. Ein mäandernder Fluss glitzerte auf. Plötzlich sah ich vor uns die Graspiste mitten im Regenwald. Die Baumkronen waren nun zum Greifen nahe, und schon holperte und ratterte es. Wir waren mitten im Ituri-Wald in der kongolesischen Provinz Oriontale gelandet. Am Rande der Piste tauchten aus dem Wald kleine, braune Menschen auf, Pygmäen. Nahezu alle Einwohner Epulus schienen versammelt zu sein. Der einzige Weiße in der Menge war Reto Kuster, ein Schweizer Ethnologe, Afrikakenner und Journalist, der sich schon längere Zeit in Epulu aufhielt. 

Lars Lepperhoff schildert seine Erlebnisse und Beobachtungen auf seiner Afrikareise.


Kleinanzeigen:

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