PAPAGEIEN

7/2007 (Juli)

 

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Nachrichten:

  • Fütterungsverbot in San Francisco
  • 40 Bergsittiche in Victoria abgeschossen
  • Bestandserfassung der Tucuman-Amazone
  • 11. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien in Leizig
  • Die Exota 2007 in Chemnitz
  • Briefmarken von der Karibikinsel St. Vincent
  • AWWP ist nun im Besitz von 50 Spix Aras
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Tagung der AZ-AGZ-IG Neophema-Nord
  • XXVIII. Tagung über tropische Vögel

Haltung:

Simon Bruslund Jensen

Lear-Aras in der Al Wabra Wildlife Preservation (AWWP)

Teil 1: Haltung und Ernährung

Inhalt: Der Lear-Ara (Anodorhynchus leari) ist der engste lebende Verwandte des Hyazintharas (A. hyacinthinus). Beide Arten sind sich zwar äußerlich sehr ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in ihren ökologischen Ansprüchen. Der Lear-Ara kommt in einem relativ trockenen Lebensraum im Nordosten Brasiliens vor, der Caatinga, einem einzigartigen Habitat mit einer Vegetation, die von niedrigen, meist dornenbewehrten Büschen und vereinzelten, oft laubabwerfenden Bäumen geprägt wird. Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Hinweisen, die dafür sprechen, dass die Lear-Aras eine enge Beziehung zu einer Pflanzenart entwickelt haben, der Licuri-Palme (Syagrus coronata). Ein hoher Grad der Nahrungsspezialisierung ist bei Papageien recht selten zu beobachten, und die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit einer bestimmten Nahrungsquelle macht die Art sehr verwundbar. Lear-Aras brüten in lockeren Kolonien in Höhlen von Sandsteinklippen und übernachten dort auch. Baumhöhlen werden nicht aufgesucht, was für Papageien ebenfalls ungewöhnlich ist.


Der Autor beschreibt in diesem ersten Teil über die Lear -Aras, wie sie gehalten und ernährt werden


Zucht:

Dr. Matthias Reinschmidt

Haltung und Zucht des Orangebrust-Zwergpapageis

Inhalt: Orangebrust-Zwergpapageien (Cyclopsitta gulielmitertii) gehören in Menschenobhut – und hier speziell in zoologischen Gärten – zu den absoluten Raritäten. Während Vertreter der Nominatform von einigen wenigen spezialisierten Papageienliebhabern mit Erfolg gepflegt und gezüchtet werden, sind die anderen sechs Unterarten in Menschenhand so gut wie verschwunden oder wurden noch nie gehalten.

Die Loro Parque Fundación pflegt seit einigen Jahren neben einem Paar der Nominatform auch ein Paar der Unterart nigrifrons. 
Das 1996 geschlüpfte Weibchen der Nominatform kam 1999 in den Loro Parque, wo es mit einem älteren Männchen verpaart wurde. Die Vögel brüteten regelmäßig, allerdings waren die Eier meist unbefruchtet. Anfang 2003 starb das Männchen leider. Es gelang uns im September 2003, von Herrn Bürki aus der Schweiz wieder ein Männchen zu bekommen. Nach der Quarantäne wurden die beiden Orangebrust-Zwergpapageien zusammengesetzt, sie verstanden sich auf Anhieb sehr gut. Schon im Januar 2004 begannen sie mit einer Brut. Das Weibchen legte – wie stets zuvor – zwei Eier, die es bestens bebrütete. Die Eier erwiesen sich als befruchtet, die Jungtiere schlüpften, wurden aber nicht aufgezogen und waren bei einer Kontrolle einige Tage später verschwunden. 


Dr. Matthias Reinschmidt schreibt in seinem Bericht über die Herausforderungen bei der Zucht und Haltung des Orangebrust-Zwergpapageis und geht dabei auch auf Mißerfolge ein..


Krankheiten:

Dr. Sascha Scharf

Agaporniden als Virus(über)träger? 

Inhalt: Die Erkenntnis ist nicht neu: Viele Agaporniden tragen Viren in sich, beispielsweise das die Schnabel- und Federkrankheit der Papageien (PBFD) auslösende Circovirus (PBFDV) oder das aviäre Polyomavirus (APV). Beide Viren verursachen fatale Erkrankungen bei Papageien und gelten als hoch ansteckend. Infizierte Vögel, die aber keinerlei Symptome zeigen, werden als „stille Überträger“ bezeichnet. Sie erkranken selbst nicht unmittelbar, aber sie können das Virus ausscheiden und andere Vögel anstecken. Die Rate dieser „stillen Überträger“ ist bei den Agaporniden überdurchschnittlich hoch - doch wie hoch genau? Darüber sollte die systematische Untersuchung von Agaporniden auf Circo- und Polyomaviren, die im ersten Halbjahr 2006 am IMDB durchgeführt worden ist, Aufschluss geben.

Wie kommt man auf die Idee, eine Agaporniden-Aktion zu veranstalten? Unzertrennliche werden leider nur selten auf die oben genannten Viren getestet. Das liegt in erster Linie daran, dass infizierte Agaporniden oft keine Krankheitssymptome zeigen und der Halter oder Züchter folglich keine Veranlassung für einen Virustest sieht. Darum wurde gegen Ende des Jahres 2005 am IMDB begonnen, routinemäßig und stichprobenweise auf PBFDV und APV bei Agaporniden zu testen, obwohl bei diesen Tieren eigentlich nur das Geschlecht bestimmt werden sollte. Dabei stellte sich heraus, dass viele der untersuchten Unzertrennlichen positiv für eines dieser Viren oder gar für beide waren. Einige der betroffenen Einsender gaben an, dass im Umfeld der positiv getesteten Tiere auch ernsthaft erkrankte Papageien lebten. Sollte es da einen Zusammenhang geben?

In diesem Bericht wird über eine Untersuchung zur Verbreitung von Circo- und Polyomaviren berichtet


Artenschutz:

Kurt Fierens

Eine Reise zu den Königsamazonen

Inhalt: Am 26. April 2004 war es so weit: Ich flog für neun Tage nach St. Vincent. Von Belgien aus ging es über London nach Barbados und anschließend zu dem kleinen karibischen Inselstaat, der Heimat der seltenen Königsamazone (Amazona guildingii), die von der einheimischen Bevölkerung „Vincie“ genannt wird. 

Diee Gefiederfärbung der Königsamazone ist recht variabel und reicht von einer überwiegend grünen Morphe über eine orangegelbe bis zu einer gelbbraunen Form. Kein Vogel gleicht dem anderen, jeder ist individuell zu erkennen. Eine Erklärung für diese bemerkenswerte Variabilität ist mir nicht bekannt. Relativ einheitlich gefärbt ist vor allem die gelblich cremeweiße Stirn- und Scheitelregion. 

Herr Fierens berichtet über hier über seine Reise nach St. Vincent zu den Königsamazonen.


Freileben:

Michael Braun

Teneriffas Papageien

Inhalt: Teneriffa ist ein beliebtes Urlaubsziel vieler Erholungssuchender aus ganz Europa und wird häufig als „Insel des ewigen Frühlings“ bezeichnet, weil hier das ganze Jahr über angenehme Temperaturen von 20 bis 25 °C herrschen und zu jeder Zeit Pflanzen blühen.

Teneriffa liegt als größte der sieben Kanarischen Inseln etwa im Zentrum des Archipels. Der Teide ist mit 3.718 m nicht nur der höchste Berg dieser etwa fünf bis sieben Millionen Jahre alten Vulkaninsel, sondern auch ganz Spaniens.

Durch ihre Isolation sind ozeanische Inseln häufig Zentren der Artenvielfalt. Auf den Galapagos- und Hawaii-Inseln beispielsweise konnten sich über Jahrmillionen aus wenigen, auf die Inseln verdrifteten Vögeln in der Isolation ganze Arten-Verbände entwickeln. Durch eine Spezialisierung auf verschiedene Lebensräume (adaptive Radiation) entstanden zum Beispiel unterschiedlichste Schnabelformen oder Gefiederfarben, wie wir sie heute bei den Galapagos-Finken beziehungsweise den Kleidervögeln kennen. Durch die relative Nähe der Kanaren zum Festland und zu anderen atlantischen Inseln konnten Landvogelarten die Inseln wiederholt besiedeln (Dietzen et al. 2006, Päckert et al. 2006), weshalb es keine den Kleidervögeln oder Galapagos-Finken vergleichbare adaptive Radiation gab.

In Michael Brauns Beitrag wird über verschiedene Papageien Teneriffas, z.B. Mönchssittiche, Halsbandsittiche und Pavuasittiche berichtet.  


Kleinanzeigen:

Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen. 


Arndt-Verlag
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