PAPAGEIEN

6/2007 (Juni)

 

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Nachrichten:

  • Warnung vor Papageiendiebstählen
  • Venezuelas Gelbschulteramazonen
  • Birds International sucht Mitarbeiter
  • Landkauf für den Schutz des Lear-Aras
  • Michael Reynolds in Hayle gestorben
  • Bildungsprojekt in Kolumbien
  • Der ZZFzieht nach Wiesbaden um
  • Illegaler handel in Nicaragua blüht
  • Schmugglerin aus Russland verhaftet
  • Papageientage Achern 2007
  • Der illegale Handel mit mexikanischen Papageien und Sittichen hat dramatisch zugenommen
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Internationales Zucht-Symposium
  • 7.Nahetal-Austellung in Bad Kreuznach

Porträt:

Jeanette Sambroni

Der Goffin-Kakadu

Inhalt: Ihre Neugier, ihre Lebhaftigkeit und ihre Intelligenz machen die Goffin-Kakadus (Cacatua goffiniana) zu ganz besonderen Vertretern der Familie der Kakadus. Es ist allerdings schwer, ihre facettenreiche Persönlichkeit zu beschreiben. Aufgrund ihres liebenswerten, aber gleichermaßen schwierigen Charakters sind diese Vögel außerordentlich anziehende Papageien.
Goffin-Kakadus besitzen ein ziemlich schlicht gefärbtes Gefieder, das weiß ist mit einem Anflug von Rosa im Bereich der Zügel. Die weißen Brust- und Flankenfedern sind an der Basis leicht rosafarben, die Schwungfedern und die Steuerfedern zeigen auf der Unterseite einen Anflug von Gelb. Die Füße sind grau, der Schnabel ist gräulich weiß. Die großen runden Augen sind beim Männchen schwarz, beim Weibchen dunkelbraun gefärbt. Die federlose Augenumgebung ist bläulich weiß. Die Haube des Goffin-Kakadus ist weiß; sie ist relativ klein, aber deutlich zugespitzt und nur zu erkennen, wenn der Vogel sie in höchster Erregung aufrichtet. Dies ist allerdings recht selten der Fall, und daher glauben manche Leute, dass Goffin-Kakadus keine Federhaube besitzen.


Zucht:

Bernd Marcordes

Bemerkenswerte Goldsittichzucht im NiederRheinPark Plantaria

Inhalt:  Herr Werner Neumann, der den meisten Lesern als Mitbegründer des Vogelparks NiederRheinPark Plantaria in Kevelaer-Twisteden bekannt sein dürfte, besitzt neben der wohl umfangreichsten Papageienkollektion, die in einem deutschen Vogelpark zu sehen ist, auch noch mehrere nichtöffentliche Zuchtanlagen, in denen er seltene Papageien und Sittiche pflegt und seit Jahrzehnten mit großem Erfolg züchtet.

Besonderen Wert legt Herr Neumann auf eine gezielte Bestandsplanung und ein gutes Zuchtmanagement, und so ist er stets bemüht, mehrere Paare einer Art zu halten und zu vermehren, um einer möglichen Inzucht durch entsprechende Verpaarung der Nachzuchttiere entgegenzuwirken. 

Bestandteil dieser beeindruckenden Sammlung sind auch sechs Paare Goldsittiche (Guaruba guarouba), von denen vier brüten. Bei dieser in Züchterkreisen als anspruchsvoll geltenden Art, die Herr Neumann seit 1988 pflegt, wuchsen in den letzten Jahren mehr als 30 Jungtiere auf.


Zucht:

Jörg Hodel

Meine Erfahrungen mit Diademloris 

Inhalt: Der Diadem- oder Harlekinlori (Eos histrio) gehört für mich zu den schönsten Papageienvögeln. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt. Er besiedelt in drei Unterarten einige Inseln nördlich von Sulawesi, Indonesien. Die Nominatform, der mit 31 cm größte Vertreter, bewohnt die Inseln Sangihe, Siau und Ruang. Der geringfügig kleinere Talaud-Diademlori (E. h. talautensis), er wird 30 cm groß, hat sein Verbreitungsgebiet auf den Talaud-Inseln. Der Nenusa-Diademlori (E. h. challengeri) besiedelt Miangas und ist mit 28 cm Gesamtlänge die kleinste Unterart. Er lässt sich leicht von den anderen Subspezies unterscheiden, denn bei ihm reicht der blaue Augenstreif nicht bis zum blauen Nacken. 


Kulturgeschichte:

Detlef Klaus Hansch

Der kubanische Dreifarbenara Ara tricolor (Bechstein 1811)

Inhalt: Noch heute erinnere ich mich an eine kleine Episode, die ich im Jahr 1999 auf Kuba erlebte. Schon bald nach meiner Ankunft in Havanna wurde mir beim Treffen mit einheimischen Vogelliebhabern zugeraunt, in der Nähe meines Reiseziels, in den Bergen der Mesa de Pizarra im Westen der Insel, würde ein kürzlich gefangener „Guacamayo“ versteckt gehalten. Und für den suchte man einen zahlungskräftigen Käufer. Natürlich war ich von der Nachricht wie elektrisiert, wusste ich doch, dass Guacamayo die alte Indiobezeichnung für den einheimischen kubanischen Ara ist. Was würde sich wohl hinter der Geschichte verbergen? Wie sollte ein so auffälliger, großer und lauter Vogel längere Zeit unbemerkt bleiben? Dass ein allerletztes Exemplar der schon vor 1900 verschwundenen Art bis in unsere Tage verborgen überlebt haben könnte, noch dazu Hunderte Kilometer entfernt von seinen letzten verbürgten Vorkommen, war wohl ausgeschlossen. Meine Bekannten, die mir die Geschichte anvertrauten, bestanden allerdings darauf, dass es sich genau darum handele. Da aber kaum ein Einheimischer heute noch weiß, wie der wirkliche Guacamayo, der Kuba- oder Dreifarbenara (Ara tricolor), aussah – das einzige auf Kuba erhaltene Präparat ist nicht öffentlich zugänglich –, hat das Wort sich längst eingebürgert als Bezeichnung für alle Aras und große langschwänzige Papageien allgemein.


Reisebericht:

Karin und Karl-Heinz Lambert

Unterwegs in Queensland

Inhalt: März 2005, eine E-Mail aus Australien von unserem Freund Klaus beendete unsere Reisevorbereitungen schlagartig. Zyklon „Ingrid“ hatte große Teile der Cape York Peninsula mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 280 km in der Stunde verwüstet. Wir hatten uns vorgenommen, Anfang April nach Cape York zu reisen, um den Goldschultersittich (Psephotus chrysopterygius) während der Brutzeit zu beobachten und zu fotografieren. Viel Zeit hatten wir in die Planung dieser Reise investiert. Es war nicht leicht gewesen, die Erlaubnis von Familie Shepard, Besitzer der Artemis Station, zu bekommen, die Goldschultersittiche zu beobachten. Artemis Station ist eine circa 60 qkm große Rinderfarm, auf deren Gebiet die Goldschultersittiche leben. Die Shepards bewirtschaften ihr Land, wie es früher die Ureinwohner gemacht haben. Kontrolliertes Abbrennen führt dazu, dass die Gegend nicht verbuscht. Das Land bleibt übersichtlicher, die Rinder – und der Goldschultersittich – finden mehr Nahrung. Die von den Sittichen bevorzugten Samen der Gräser der Gattung Schizachyrium gibt es so im Überfluss.


Kleinanzeigen:

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