PAPAGEIEN

5/2007 (Mai)

 

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Nachrichten:

  • Schutz vor Schlangen als Nesträuber bei seltenen karibischen Amazonen
  • Simon Jensen Kurator in Walsrode
  • 11. Tagung des Fonds für bedrohte Papageien in Leipzig
  • Großer Soldatenara in Honduras
  • Gangorra Farm für Spix-Aras gekauft
  • Einzimmerwohnung mit Papageien
  • 1. Freiflug-Seminar in Is-sur-Tille
  • Ornithea Papageien- und Sittich-Symposium
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Tagung der AZ-AGZ-IG Foorpus/Agapornis

Zucht:

Frank Doll

Erfolgreiche Aufzucht von Grassittichen in Bodenbruten

Inhalt: Seit mehr als 15 Jahre halte und züchte ich unterschiedliche Arten von Sittichen. Über all die Jahre hinweg galt es für mich als selbstverständlich, dass eine Nachzucht dieser Vögel nur dann gelingt, wenn das Weibchen zur Brut einen Nistkasten bezieht. In diesem geschlossenen und geschützten Raum brütet es das Gelege aus und zieht dann später zusammen mit seinem Partner die Jungtiere groß. Die meisten meiner Sittichpaare hielten sich auch an diese Form der Fortpflanzung.
In den vergangenen Jahren kam es aber immer wieder vor, dass Weibchen die Nistkästen ignorierten. Diese Tiere saßen dann irgendwann in einer Ecke der Voliere und legten dort ihre Eier ab. Die meisten Züchter kennen ein solches Verhalten und wissen, dass diese Brutversuche in einem Desaster enden. Die Eier rollen meist irgendwann in der Voliere umher. Das Weibchen verlässt oft das Gelege, weil es durch häufige Störungen extremem Stress ausgesetzt ist. Und wenn es doch einmal zum Schlupf des Nachwuchses kommt, sterben die Küken fast immer binnen Tagen an Unterkühlung oder Mangelernährung.

Frank Doll beschreibt die Probleme und Ursachen von Bodenbruten bei Grassittichen.


Zucht:

Hans-Jürgen Geil

Meine Erfahrungen mit der Gelbnackenamazone

Inhalt: Schon seit Jahren halte und züchte ich Gelbnackenamazonen (Amazona ochrocephala auropalliata). Es sind nicht nur interessante und intelligente Volierenvögel, sondern ich schätze besonders auch ihr Sprachtalent. Seitdem ich ihnen die Vornamen meiner Nachbarn und einiges mehr beigebracht habe, werden meine Zuchtanlage und der Lärm meiner Papageien und Sittiche etwas eher akzeptiert. Die Nachbarn haben mächtig Spaß daran, wenn sie, zur allgemeinen Erheiterung, laut und deutlich begrüßt werden oder irgend einen anderen Spruch zu hören bekommen. So gesehen sind meine Gelbnackenamazonen die Rückversicherung für den konfliktlosen Weiterbestand meiner Volierenanlage inmitten unseres Wohngebietes. 

Der Autor, Hans-Jürgen Geil, Züchter von Gelbnackenamazonen, berichtet über seine Erfahrungen bei der Zucht und Fütterung dieser Papageien. 


Diskussion:

Rudolf K. Wagner

Welchen Vorteil haben Ringe mit Züchternummer? 

Inhalt: Ich habe mir schon wiederholt die Frage gestellt, welchen Sinn meine von mir passiv gestaltete Mitgliedschaft in einem Vogelverein eigentlich macht, die mich jährlich einen Mitgliedsbeitrag kostet, der sich eigentlich auch einsparen ließe? Der Mitgliederzeitschrift, die monatlich im Briefkasten liegt, widme ich auch keine große Aufmerksamkeit mehr, weil sehr selten Themen angesprochen werden, die mich speziell interessieren. Weshalb also weiterhin zahlendes Mitglied bleiben?

Ich kenne einige erfolgreiche Papageien-Züchter, die in keinem entsprechenden Vogelverein organisiert sind. Sie kennzeichnen ihren Papageien-Nachwuchs mit Ringen der Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe (WZF) in Langen. Die WZF liefert gemäß der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO) geschlossene Ringe aus Hartaluminium mit Jahreszahl oder offene Ringe aus Aluminium mit Jahreszahl. Bei der WZF lässt sich jederzeit anhand der Nummer erfragen, an wen dieser Ring einmal ausgeliefert wurde.
Wer macht das aber, wenn er vielleicht an einem Wochenende nach einer längeren Fahrt einen Vogel übernehmen möchte beziehungsweise übernommen hat, der ohne Züchter-Nummer ist? Und ist der Ring-Nummer-Bezieher auch in jedem Fall der Züchter des Vogels, wie es eigentlich sein sollte?I


Recht:

Dr. Matthias Gehm

Verjährung von Gewährleistungsrechten beim Tierkauf

Inhalt: In PAPAGEIEN 4/2002, Seite 132 bis 136, wurde das neue, ab 1.1.2002 geltende Tierkaufsrecht im Überblick dargestellt. Damals wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Rechtsprechung in der Zukunft die Aufgabe zukomme, die neuen Bestimmungen auszulegen beziehungsweise ihnen Konturen zu verleihen. In PAPAGEIEN wurde deshalb auf solche neue Rechtsprechung, die für den Tierkäufer von Relevanz sein kann, stets hingewiesen. Wie unter Punkt V. des damaligen Beitrags ausgeführt, stellte sich schon im Jahr 2002 bei einem so genannten Verbrauchsgüterkauf im Sinne des § 474 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), bei welchem die Gewährleistungsfrist für gebrauchte Sachen nicht weniger als ein Jahr und für neue Sachen nicht weniger als zwei Jahre durch individualvertragliche Vereinbarung geregelt betragen dürfe, die Frage, ab wann Tiere als gebrauchte Sachen anzusehen sind.


Freileben:

Peter Welcke

Der Kap-Papagei

Inhalt:Einleitung und Beschreibung
Kap-Papageien gehören innerhalb des Genus Poicephalus zum Subgenus Eupsittacus, das die größeren Arten der Gattung umfasst. Historisch wurden drei Unterarten beschrieben: die in der Republik Südafrika endemisch vorkommende Nominatform Kap-Papagei (Poicephalus r. robustus), den in großen Teilen Ost- und Zentralafrikas verbreiteten Reichenows Kap-Papagei (P. robustus suahelicus) und den im äußersten Westen Afrikas lebenden Kuhls Kap-Papagei (P. robustus fuscicollis). Aufgrund von morphologischen, genetischen und Habitatunterschieden wurde die Art getrennt in den monotypischen Kap-Papagei (Poicephalus robustus) und den Graukopfpapagei (Poicephalus fuscicollis) mit den beiden Unterarten fuscicollis und suahelicus (Perrin 2005; Hoppe & Welcke 2005, 2006a, b).

Kap-Papageien sind etwas kleiner als Graukopfpapageien. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 30 cm; ÂÂ (n = 25) 251 – 349 mm (Ø 297,3 mm), ÀÀ (n = 16) 251 – 309 mm (Ø 283,1 mm). Die Gewichte werden mit 295,0 – 328,5 g (Ø 305,9 g) bei ÂÂ (n = 4) und 260,0 – 327,5 g (Ø 294,2 g) bei ÀÀ (n = 3) angegeben. Die Geschlechter sind etwas unterschiedlich gefärbt und – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nach der ersten Mauser leicht zu erkennen.

Peter Welcke beschreibt das Aussehen und den Lebensraum des Kap-Papageis und  geht außerdem auf die Lebensweise und den Nahrungserwerb ein sowie auf die Fortpflanzung, die Haltung und Zucht. 


Freileben:

Stefan Behrens

Die Rotohraras von Pampagrande

Inhalt: Von den 22 endemischen Vogelarten Boliviens gehören zwei zur Gattung Ara. Der Blaukehlara (Ara glaucogularis), der in einem kleinen isolierten Gebiet im Norden des Landes in der Provinz Beni lebt, ist mit einem Bestand von unter 100 Vögeln stark bedroht (BirdLife International 2000). Sein Lebensraum sind die Cerrados, eine savannenartige Landschaft mit vereinzelten Waldinseln. Infolge der starken Zerstörung des Habitats leidet der Blaukehlara insbesondere unter Nistplatzmangel. Noch in den 1980er Jahren wurde die unverantwortlich hohe Zahl von mehr als 1.200 Vögeln exportiert.

Da das bekannte Vorkommen des Blaukehlaras auf dem Gebiet großer Haziendas liegt, gilt sein Überleben nicht als gesichert, da auch dort die Lebensraumzerstörung fortschreitet. Es existiert ein Schutzprogramm, das unter anderem vom Loro Parque auf Teneriffa unterstützt wird.

In dem Bericht von Stefan Behrens bekommt man Informationen über den Lebensraum und die Brutgewohnheiten von Rotohraras.


Kleinanzeigen:

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Arndt-Verlag
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