Nachrichten:
- Die neue Papageienart-eine Fälschung?
- Veranstaltungshinweise für 2007
- Plantaria in Kevelaer eröffnet die Saison
- Neuer Nachtsittichfund in Australien
- Parrots International Symposium 2007
- Spix-Ara wieder zurück in Brasilien
- Aktuelles aus dem Loro Parque
- Jahreshauptversammlung des BNA e.V.
- Preis für Tropenornithologie 2007
Zucht:
Wilfried Groenewold
Misserfolg und Erfolg bei der Aufzucht von Halmahera-Edelpapageien
Inhalt:Als ich vor etlichen Jahren ein Haus mit Garten erwerben konnte, baute ich anschließend an die Garage eine kleine Voliere. Von meiner Frau bekam ich als Geburtstagsgeschenk mein erstes Paar Pennantsittiche
(Platycercus elegans), welches heute nach 17 Jahren immer noch bei uns lebt. Ein Jahr darauf kam mir das Gehege zu klein vor. Ich errichtete fünf Freivolieren, zwei mit einer Größe von 5 m x 1 m x 2 m (L x B x H) sowie drei mit 3,5 m x 1 m x 2 m. Außerdem baute ich zwei beheizbare Innenvolieren von 2 m x 1 m x 2 m sowie drei von 1 m x 1 m x 2,5 m, die nicht beheizt werden können.
Nach einigen Erfahrungen mit verschiedenen Papageienarten kam ich zu der Erkenntnis, dass man nicht alles halten kann, was schön ist, und somit beschloss ich, mich nur noch auf vier Arten zu beschränken. Neben den Pennantsittichen pflege ich derzeit noch zwei Paare Australische Königsittiche
(Alisterus scapularis), ein Paar Neuguinea-Edelpapageien (Eclectus roratus polychloros) und ein Paar Halmahera-Edelpapageien
(Eclectus roratus vosmaeri). Solch eine kleine „Sammlung“ ist überschaubar, und ich kann jedem, der mit der Zucht von Papageien anfängt, nur raten, sich mit einer kleinen Kollektion zu begnügen.
W. Groenewold berichtet über die problematische und zeitaufwendige
Aufzucht seiner Halmahera-Papageien und welche Fehler ihm und seiner Frau
dabei unterlaufen sind.
Artenschutz:
R. Wüst, R. Niemann, K. Sase, Th. Arndt
10. Tagung des "Fonds für bedrohte Papageien" in
Kevelaer-Twisteden
Inhalt: Am Samstag, den 21. Oktober 2006, fand in Kevelaer die 10. Tagung des „Fonds für bedrohte Papageien“, des „Arbeitskreises Papageien“ innerhalb der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP), statt. 140 Interessierte fanden sich im NiederRheinPark Plantaria ein. Der Park hat zwei Schwerpunkte – Hühnervögel und Papageien – und beherbergt mehr als 1.000 Vögel, außerdem verschiedene Affenarten und einige Nagetiere.
Der Tagungsort lag inmitten des Vogelparks, und die Besucher hatten die Möglichkeit, von Freitag bis Sonntag kostenlos den Park zu besuchen und sich am Samstag in den Nebengebäuden der Halle an verschiedenen Ständen über papageienspezifische Produkte zu informieren. Vor Ort waren ein Bücherstand, der Futtermittelhersteller Versele-Laga, die Firma Volierenparadies, Frau Melanie Steinkopf mit ihren Papageien-Weinen aus der Toskana sowie Karl-Heinz Schallenberg und Renate Brucker mit ihren
DVDs.
Porträt:
Kurt Fierens
Der Hornsittich
Inhalt: Zur Gattung Hornsittiche (Eunymphicus) gehören zwei Vertreter: der Hornsittich
(E. cornutus) und der Ouvéa-Sittich (E. uvaeensis). Bislang wurden die beiden Formen als Unterarten einer Art betrachtet, in jüngster Zeit plädieren aber immer mehr Autoren dafür, sie als zwei eigenständige Arten anzusehen.
Während der Hornsittich bereits in recht großen Individuenzahlen bei europäischen Züchtern vertreten ist, gilt der Ouvéa-Sittich als Rarität.
Aussehen
Hornsittiche weisen eine grüne Grundfärbung auf, die auf der Körperunterseite und den Unterschwanzdecken gelblicher ist. Stirn und Scheitel sind rot, das Rot erstreckt sich über die ganze Breite des Kopfes; Gesichtsmaske und Zügel sind schwarz und Ohrdecken sowie Hinterkopf gelb. Auf dem Scheitel tragen sie zwei nach hinten gerichtete schmale, 7 cm bis 8 cm lange schwarze Federn mit roter Spitze. Manchmal gesellt sich noch eine dritte Feder hinzu, die dann allerdings höchstens halb so lang wird wie die beiden anderen. Die Außenfahnen der Schwungfedern sind violettblau. Der Schnabel ist bläulich grau und zur Spitze hin schwarz. Die Iris ist orangerot, die Füße sind dunkelgrau.
In diesem Artikel von K. Fierens wird die Haltung, Fütterung und Brut
des Hornsittichs beschrieben.
Volierenbau:
Thomas Schultz
Eine Zimmervoliere der etwas anderern Art
Inhalt: Alles begann damit, dass ich, nachdem ich meine Freundin kennen gelernt hatte, mit dem Vogelvirus infiziert wurde. Sie hatte zwei Wellensittiche, und nur das Leben in einer Mietwohnung hinderte sie daran, sich den großen Traum von eigenen Weißhaubenkakadus zu erfüllen. So zerrte sie mich ein ums andere Mal mit in diverse Vogelparks, in denen die Besucher Papageien ganz nah sein können und Weißhauben- und Gelbhaubenkakadus auf die Schulter gesetzt bekommen.
Ich begann, mich intensiver und mit wachsendem Interesse auch mit den Tieren zu beschäftigen, und ein dreiviertel Jahr später besaß ich eine Zimmervoliere, in die zwei junge Rosakakadus (Eolophus roseicapilla) einzogen. Je mehr ich mich mit dem Thema befasste, desto klarer wurde mir, dass die Tiere mehr brauchen als nur eine Zimmervoliere im Wohnzimmer. Sie brauchen ihr eigenes Reich.
Th. Schultz erzählt wie er seinen Papageien ein "eigenes
Reich" geschaffen hat.
Freileben:
Roland Seitre und Julia Seitre
Freilandbeobachtungen an Prachtamazonen
Inhalt: Es war ein wunderschöner, sonniger Morgen. Die majestätischen Araukarien mit ihren gleichmäßig angeordneten Ästen warfen filigrane Schatten. Die Äste dieser urtümlichen Nadelbäume wachsen in regelmäßigen Quirlen nahezu waagerecht aus dem mächtigen Stamm. Zur Spitze hin werden die Zweige immer kürzer und weniger ausladend. Sie sind bedeckt von schuppenartigen und sehr harten blattartigen Nadeln, die eine scharfe Spitze besitzen.
Doch unvermittelt kehrte mit kräftigem kaltem Wind der Winter zurück. Die Temperatur fiel unter 10 °C, und wir fragten uns, ob wir wirklich noch in Brasilien sind, nicht allzu weit von den Stränden Rio de Janeiros entfernt.
Wir befanden uns auf einem dünn besiedelten Hochplateau in 1.000 m Höhe an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Santa Catarina und Rio Grande do Sul in Südost-Brasilien. Die Region wird vor allem von Farmern und Züchtern mit europäischen Vorfahren besiedelt. Von hier aus ist es nicht mehr weit nach Argentinien oder Uruguay. Herbeigelockt hatten uns die Prachtamazonen
(Amazona pretrei), deren Schlafplatz im Tal unter uns lag.
Roland und Julia Seitre berichten über das Freileben der
Prachtamazonen, die sie in Brasilien beobachtet haben.
Taxonomie:
Heinz Schnitker
Revision der Systematik des Orangebrust-Zwergpapageis (Teil 2)
Inhalt: Nach der Sichtung des Balgmaterials ergeben sich für die Systematik des Orangebrust-Zwergpapageis einige Konsequenzen, die nun im Folgenden diskutiert werden sollen.
Konsequenzen für die Systematik
1. Eine Aufteilung der bisherigen Art in drei Arten
Die Re-Identifizierung und Verifizierung der bislang beschriebenen Unterarten führt zu einem systematisch betrachtet weitaus klareren Bild, als es bislang möglich war:
• Wir haben es bei den Formen des Orangebrust-Zwergpapageis mit drei klar getrennten Gruppen zu tun, die sich als westliche, nördliche und südliche Gruppe beschreiben lassen.
• Alle drei Gruppen sind vermutlich aus einer einzigen Form entstanden, deren Ursprung sich noch am ehesten im ersten Jugendgefieder von gulielmitertii finden lässt. – Daher weisen alle drei Gruppen auch noch gewisse Ähnlichkeiten auf, die zu der bisherigen systematischen Bewertung geführt haben.
• Alle drei Gruppen haben gleichzeitig aber auch deutliche Unterschiede entwickelt, etwa in Bezug auf Größe, Färbungsmuster und Geschlechtsdimorphismus. Dabei hat die Entwicklung der nord- und südneuguineischen Unterarten zu überraschend vergleichbaren Unterart-Merkmalen geführt, die sich in jeweils drei verschiedenen Formen niederschlagen
Kleinanzeigen:
Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten
Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu
suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen.
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