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Eddy F. Ruhof Haltung und Zucht des Langschnabelsittichs Inhalt: Der wissenschaftliche Name Enicognathus leptorhynchus bedeutet frei übersetzt „einfacher schmaler Schnabel“. Die Deutschen nennen den Vogel „Langschnabelsittich“, und die Engländer sprechen vom „Slender-billed Conure“. Der Smaragdsittich (Enicognathus ferrugineus) ist der andere Vertreter der Gattung. Beide Arten dringen von allen neotropischen Sittichen am weitesten nach Süden vor. Zu Beginn der 1960er Jahre nahm der Bestand des Langschnabelsittichs im Freiland drastisch ab. Erst vermutete man einen Ausbruch der Newcastle-Krankheit, da die Vögel ohne vorherige deutliche Symptome schnell starben. Später entdeckte man, dass Vogelpocken die Ursache waren. Die Pockenviren werden durch direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen, was bei den sozial lebenden Langschnabelsittichen natürlich fatale Folgen hatte. Wie viele andere Papageien und Sittiche übernachten sie außerhalb der Brutsaison zu hunderten dicht gedrängt auf bestimmten Schlafbäumen. Allein dadurch war es möglich, dass lokale Populationen ausstarben. Es hat viele Jahre gedauert, bis die Sittiche die Krankheit, die sie an den Rand des Aussterbens brachte, überwunden hatten. Zurzeit erholen sich die Populationen langsam. Eddy F. Ruhof erzählt vom Kauf zweier Langschnabelsittiche, außerdem beschreibt er das Aussehen dieser Vögel und berichtet über deren Freileben, Haltung und Zucht. Carina Brehm, Dr. Marcellus Bürkle & Dr. Gerd Britsch Fruchtbarkeitsstörungen bei Papageien und Sittichen Inhalt: Viele Halter hoffen bei ihren Papageien- oder Sittich-Paaren vergeblich auf Nachzuchterfolge. Nicht nur bei Spezies, die selten oder in der Natur bedroht sind, ist es immens wichtig, den Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen mit dem Ziel nachzugehen, diese nach Möglichkeit zu beseitigen, um Bruterfolge zu erhalten und den Bestand der Arten zunächst einmal in Menschenobhut zu stabilisieren.Die Entwicklung der Geschlechtsorgane. Die Geschlechtsdrüsen von Vögeln sind im Embryo paarig angelegt und lassen sich deutlich in Mark (Medulla) und Rinde (Cortex) unterscheiden. Bereits in den ersten Bebrütungstagen bilden sich diese primitiven Gonadenanlagen aus, die zunächst bei beiden Geschlechtern identisch und nicht geschlechtsspezifisch sind. Beim Huhn beginnt ab dem siebten Bebrütungstag eine morphologische Differenzierung. Beim weiblichen Tier entwickelt sich aus der Rinde der Primitivanlage der Eierstock (Ovar), während beim männlichen Vogel aus dem Mark die Hoden entstehen. Die Autoren beschreiben die Anatomie des weiblichen und männlichen Vogels und die Steuerung der Fortpflanzungsaktivität. Außerdem gehen sie auf die Gründe für Fruchtbarkeitsstörungen in Menschenobhut ein. Peter Krämer Haltung und Zucht des Bauers Ringsittichs Inhalt: Die Gattung Barnardius besteht aus nur zwei Arten, dem Barnardsittich (Barnardius barnardi) und dem Bauers Ringsittich (Barnardius zonarius). Nach neueren Erkenntnissen werden beim Barnardsittich zwei deutlich unterscheidbare Subspezies beschrieben, die Nominatform (B. b. barnardi) und der Cloncurrysittich (B. barnardi macgillivrayi) – die Unterart whitei wird nicht mehr anerkannt. Beim Bauers Ringsittich sind es die Nominatform (B. z. zonarius), der Kragensittich (B. zonarius semitorquatus) sowie der Blasse Bauers Ringsittich (B. zonarius occidentalis). In Vogelzüchterkreisen geht man meist davon aus, dass die Gattung vier „Arten“ umfasst. Die Vertreter von B. barnardi haben einen grünen Kopf und leben in den östlichen Teilen Australiens, die von B. zonarius besitzen einen schwarzen Kopf und sind in Zentral- und West-Australien verbreitet. Sowohl der Barnardsittich als auch der Kragensittich tragen ein rotes Band auf der Stirn, das beim Cloncurrysittich und beim Bauers Ringsittich nicht vorhanden ist. Ich pflege und züchte den Cloncurrysittich und den Bauers Ringsittich, meine Ausführungen beschränken sich hier auf Letzteren. Peter Krämer beschreibt das Aussehen des Bauers Ringsittichs und die Haltung, Fütterung und Zucht dieses Vogels.
Porträt: Franz Pfeffer Die Mülleramazone Inhalt: Die Mülleramazone (Amazona farinosa) ist sowohl bei Vogelhaltern als auch in Tierparks sehr selten anzutreffen. Erst ab 1980 wurde diese Spezies etwas häufiger importiert. Wegen ihrer Lautstärke – vor allem morgens und abends ist ihre Stimme zu hören –, aber auch wegen des starken Nagetriebs ist sie bei Züchtern nicht sehr beliebt. Die etwas eintönige Gefiederfärbung steht einer starken Nachfrage möglicherweise auch entgegen. Im Großen und Ganzen sind es aber vom Wesen her ruhige und robuste Tiere, die außerhalb der Brutzeit recht verträglich sind und dann auch mit anderen großen Papageien vergesellschaftet werden können – vorausgesetzt, das Gehege ist entsprechend groß. Der erste Import nach Europa erfolgte 1915, und zwar erhielt der Zoo Berlin Westliche Mülleramazonen (A. farinosa inornata). Im Vogelpark Walsrode wurden etliche Jahre lang Vertreter der Nominatform gezeigt. Der Loro Parque auf Teneriffa ist im Besitz mehrerer Unterarten, und hier gelang auch die Erstzucht der Nominatform. Franz Pfeffer schreibt über die Mülleramazone, über Unterarten und Verbreitung, wie sie in Freiland vorkommt, wie die beste Haltung ist, wie ihre Ernährung aussehen sollte und wie sie gezüchtet wird. Dr. Herbert Schifter Zur Einfuhr des Gelbstirn-Mohrenkopfpapageis Inhalt: Über die Einfuhr und die Haltung des Gelbstirn-Mohrenkopfpapageis (Poicephalus flavifrons) gibt es nur wenige Angaben, so auch im neuen Buch über die Langflügelpapageien (Poicephalus) von Dieter Hoppe und Peter Welcke (2006). Es wird dort auf eine Haltung im Frankfurter Zoo im 19. Jahrhundert hingewiesen. Diese Information geht wohl auf eine Notiz bei Karl Ruß (1881) zurück, der außerdem erwähnt hat, dass „ihn nur Herr Fiedler in Agram“ besessen haben soll. Ein Pärchen sei vom damals sehr bekannten Londoner Tierhändler und Importeur Chs. Jamrach zu Fiedler gekommen, der die Tiere jedoch bald wieder abgegeben hätte. 1925 hat Rudolf Neunzig in der „Gefiederten Welt“ unter den Neueinführungen und Seltenheiten von einem nach Berlin gekommenen Gelbstirn-Mohrenkopfpapagei unter dem damals gebräuchlichen Namen „Zitronenkopf“ berichtet. Dieses Exemplar wurde auch von Lutz Heck (1930) im Verzeichnis der 1925 mit Transporten aus Abessinien in den Berliner Zoologischen Garten gebrachten Tiere angeführt. Der Zitronenkopf ist tatsächlich am 7. Mai 1925 im Tierbestandsregister des Berliner Zoos eingetragen (Dr. H.-S. Raethel, briefl. Mittlg., 3. September 2006). Wie lange er dort gelebt hat, konnte allerdings noch nicht eruiert werden. Dr. Herbert Schifter beschreibt die Schwierigkeiten beim Import des Gelbstirn-Mohrenkopfpapageis. Freileben: Joseph M. Forshaw Der Porphyrkopflori Inhalt: Für gewöhnlich assoziieren wir Loris mit tropischen Wäldern, in denen es blühende und Früchte tragende Bäume im Überfluss gibt, oder wir bringen sie mit blühenden Kokospalmen in Verbindung, die die Strände tropischer Inseln im südpazifischen Ozean säumen. Für die meisten Arten sind diese Assoziationen auch zutreffend. Die Loris der Gattung Glossopsitta aus dem südlichen Australien, die von allen Loris das am weitesten südlich liegende Verbreitungsgebiet haben, bewohnen allerdings eine Vielzahl gemäßigter Wälder oder Baumsavannen und haben sich auch gut an vom Menschen geschaffene Lebensräume angepasst. Sie kommen häufig selbst in größere Städte, um dort in Parks, Gärten und auf Straßenbäumen nach Nahrung zu suchen und sogar zu brüten. Eine Art, der Porphyrkopflori (Glossopsitta porphyrocephala), dringt ins aride Inland vor, wo er das Mallee-Buschland besiedelt, eine charakteristische Pflanzengemeinschaft auf roten, sandigen Böden, die von niedrigen, vielstämmigen Eukalypten sowie von Bäumen entlang periodischer Wasserläufe dominiert wird. Joseph M. Forshaw beschreibt den Lebensraum der Porphyrkopfloris, dessen Abhängigkeit von der Eukalyptusblüte, die Nahrungsaufnahme und die Brut. Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen. | |||
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Arndt-Verlag |