PAPAGEIEN

1/2007 (Januar)

 

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Nachrichten:

  • Der Import wild gefangener Tiere
  • 14. Cites-Konferenz in Den Haag
  • Neue Unterart des Maskenzwergpapageis in Australien entdeckt? 
  • Ist eine Geschlechtsbestimmung mit Hilfe der UV-Spektrometrie möglich?
  • Puerto-Rico-Amazonen freigelassen
  • Illegaler Papageienhandel in Indien
  • Pantanal in Paraguay nun geschützt
  • BNA-Sachkundenachweis nach § 11
  • 2. Ernährungs-Symposium in Hannover
  • Der "Fonds für bedrohte Papageien" sagt danke schön!
  • Aktuelles aus dem Loro Parque
  • Die Wahl des besten Artikels 2006
  • 9. PAPAGEIEN-Workshop in Puerto de la Cruz, Teneriffa 

Zucht:

Thomas Hillmann

Meine Erfahrungen mit Timor-Gelbwangenkakadus

Inhalt:  Wenn hier vom „Timor-Gelbwangenkakadu“ (Cacatua sulphurea parvula) die Rede ist, so ist damit die Unterart des Gelbwangenkakadus gemeint, die die in Liebhaberkreisen gebräuchlichere Bezeichnung „Kleiner Gelbhaubenkakadu“ trägt.

Vom Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) werden derzeit vier Unterarten anerkannt. Arndt (1990-1996) beschreibt die Nominatform wie folgt: Grundfärbung weiß, Ohrdecken und Federhaube kräftig gelb, Unterflügeldecken und Unterschwanzdecken gelblich verwaschen. Nackter Augenring weißlich; Iris dunkelbraun (adulte Weibchen: rot), Füße grau, Schnabel schwärzlich. 

In seinem Artikel beschreibt Herr Hillmann das Freileben des Gelbwangenkakadus. Er berichtet über die Herkunft seiner Zuchtvögel sowie über deren Unterbringung,  Balzverhalten, Brut und Aufzucht der Jungtiere und über die Fütterung.


Praxis

Matthias Reinschmidt

Beschneiden der Kloakenfedern

Inhalt:  Manche Papageienpaare haben trotz offensichtlicher Paarharmonie immer wieder unbefruchtete Gelege. Dabei konnte man in den Tagen vor der Eiablage das Paar öfters bei Kopulationen beobachten, die augenscheinlich normal verliefen. Deshalb sind die unbefruchteten Eier eine Enttäuschung. Die Ursachen können unterschiedlicher Natur sein, und man muss nun versuchen, die zutreffenden Gründe herauszufinden. 

Zunächst sollte man beide Partner erfolgloser Paare von einem erfahrenen Tierarzt endoskopisch untersuchen lassen. Er hat dabei abzuklären, ob organische Veränderungen vorliegen, die für die unbefruchteten Eier verantwortlich sind. Dies kann beim Weibchen ebenso wie beim Männchen der Fall sein. Ein Check der Geschlechtsorgane kann oft recht schnell Aufschluss über den Grund für den Misserfolg geben. Ist beispielsweise der Hoden des Männchens degeneriert, kann das Weibchen noch so viele Eier legen, diese werden nicht befruchtet sein.

In seinem Artikel beschreibt Herr Reinschmidt das Beschneiden des Kloakengefieders. Er berichtet über den beeindruckenden Erfolg dieser Methode bei einem Paar Baudins Weißohr-Rabenkakadus.  


Zucht:

Ralph Schmidt

Haltung und Zucht des Taranta-Unzertrennlichen

Inhalt:  Der Taranta-Unzertrennliche oder Bergpapagei (Agapornis taranta) gehört zu den ursprünglichen Arten der Gattung Agapornis. Sein Vorkommen beschränkt sich auf das Hochland Äthiopiens, wo er bis in Höhen von 3.800 m ü. NN vorkommt. Er bewohnt die Bergwälder sowie in den unteren Bereichen seines Verbreitungsareals Savannen mit Baumbestand. Daher sind Taranta-Unzertrennliche wesentlich unempfindlicher gegenüber tieferen Temperaturen als die anderen Vertreter der Gattung. Importiert wurden die ersten Bergpapageien zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Schon bald danach gelangen Nachzuchten, sie wurden jedoch niemals so zahlreich gezüchtet wie Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) oder Mitglieder der Gruppe der Unzertrennlichen mit weißen Augenringen. Daran ist sicher auch die etwas unscheinbare Färbung schuld. Mit seinem grasgrünen Gefieder, der nur beim Männchen roten Stirn und dem roten Schnabel kann der Taranta-Unzertrennliche mit den anderen Vertretern der Gattung in punkto Farbenvielfalt leider nicht ganz mithalten. Ein weiteres Manko ist die stark ausgeprägte Unverträglichkeit gegenüber Artgenossen. Es ist normalerweise ausgeschlossen, vor allem während der Brutzeit, Paare zu vergesellschaften. Nichtsdestotrotz sind Bergpapageien interessante Pfleglinge, und ein ausgefärbtes Männchen zeigt im Sonnenlicht ein glänzendes grünes Gefieder wie nur wenige Vögel.

Herr Schmidt berichtet über das Aussehen des Gefieders des Taranta-Unzertrennlichen, außerdem schreibt er über dessen Ernährung, die Unterbringung und die Brut. 


Verhalten:

Volker Munkes & Heidrun Schrooten

Rangordnungen bei Großpapageien

Teil 3: Funktion genetisch festgelegter Verhaltensmuster

Inhalt: In den Teilen I und II haben wir dargelegt, dass Großpapageien über alle grundlegenden Fähigkeiten zur individuellen Erkennung von Artgenossen verfügen. Wir haben anhand von Beispielen aufgezeigt, dass die meisten Arten nicht, wie oft fälschlicherweise zu lesen, konstant in großen und anonymen Verbänden leben. Arbeiten zum Rangordnungsverhalten im Freileben verschiedener Papageienarten wurden zusammenfassend dargestellt.

Herr Munkes schreibt  in seinem Bericht über Verhaltensmuster und Gruppenbindung.


Freileben

Johann Janßen & Bernd H. Gerischer

Auf der Insel der Rubinloris

Inhalt:  Die Inseln des Austral-Archipels liegen südwestlich von Tahiti in einer subtropischen Klimazone, es fällt weniger Regen und ist etwas kühler als auf den Gesellschaftsinseln. Wir flogen von Papeete aus nach Rurutu, weil dort der Frachter anlegt, der uns nach Rimatara bringen sollte. Am Airport fand Bernd Kontakt zu einer Zimmervermieterin, die uns sehr freundlich willkommen hieß. Ihr Anwesen lag an einer Steilküste mit Privatstrand und hatte außer Gästezimmern auch kleine Bungalows. Wir wurden reichlich und gut bewirtet. Die alte Dame und ihre Schwester machten am nächsten Tag eine Inselrundfahrt mit uns. Etwas unbequem auf der Pritsche ihres alten Jeeps sitzend, sahen wir viel von dieser fruchtbaren Insel. 

Herr Janßen berichtet über seine Reise zu den Inseln des Austral-Archipels und  beschreibt das Aussehen der dort lebenden Rubinloris.


Artenschutz:

Rosemary Low

Der Gelbohrsittich- ein Artenschutzerfolg

Inhalt:  Bis Mitte der 1990er Jahre wusste man nur wenig über den Gelbohrsittich (Ognorhynchus icterotis). Einst kam er in den Anden häufig vor, doch er verschwand allmählich und unbemerkt, als die Wachspalmen (Ceroxylon quindiuense) gefällt wurden, auf die er angewiesen ist. 1996 waren lediglich noch 20 Vögel bekannt. In jenem Jahr begannen der „Fonds für bedrohte Papageien“, die Zeitschrift PAPAGEIEN und vor allem die Loro Parque Fundación (LPF), die Arbeit von Dr. Niels Krabbe in Ecuador zu unterstützen, der das Land zu schützen versuchte, auf dem die letzte kleine Population lebte.

Seitdem haben sich die Aussichten derartig verbessert, dass man das Ognorhynchus-Projekt als das bisher wohl erfolgreichste Papageien-Artenschutzprogramm bezeichnen kann. Leider ist die winzige Population in Ecuador 1998 erloschen. Was den wenigen Vögeln zugestoßen ist, weiß man nicht; vielleicht wurden sie abgeschossen oder gefangen. Wie sich herausstellte, lassen sich Gelbohrsittiche an ihren Schlafplätzen unglücklicherweise leicht fangen, denn sie zeigen wenig Scheu vor Menschen. Es wäre möglich, eine ganze Population innerhalb einer Nacht im Freiland auszulöschen. Der Fang hat für die Vögel tragische Konsequenzen: Sie sterben sehr leicht an den Folgen des Stresses, besonders wenn sie von ihren Artgenossen getrennt werden. Einem Bericht zufolge wurden einmal in den 1980er Jahren 40 Vögel gefangen – und alle waren innerhalb von drei Tagen tot. Derartige Vorfälle unterstreichen die Bedeutung der Aufklärungsarbeit im Artenschutz.

 Frau Low schreibt über Artenschutzmaßnahmen in Kolumbien und warum die Wachspalmen so wichtig für die Gelbohrsittiche sind. 


Kleinanzeigen:

Im Kleinanzeigenteil der Zeitung haben Abonnenten Gelegenheit, kostenlos ihre Papageien anzubieten, zu tauschen oder zu suchen bzw. Kontakt mit anderen Papageienfreunden aufzunehmen. 


Arndt-Verlag
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